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Yvonne Schönemann
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Die Mineraloelraffinerie Oberrhein (MiRO) in Karlsruhe hat 600 Mitarbeiter/innen gegen das Coronavirus geimpft. Dies war gut drei Wochen vor der bundesweiten Einbeziehung der Betriebsärzte in die Impfkampagne durch das Modellprojekt „Impfen durch Betriebsärzte“ des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg möglich.
Auf Vorschlag der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe war die Raffinerie als eines von zwölf Unternehmen der kritischen Infrastruktur durch das baden-württembergische Sozialministerium ausgewählt worden, als Pilotunternehmen zeitnah mit innerbetrieblichen Impfungen zu beginnen und so einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Corona-Pandemie vor Ort zu leisten. Heute endet die zweiwöchige Erstimpfung der MiRO-Impfkampagne – sie war ein voller Erfolg.
In einem Gespräch mit Sozialminister Manfred Lucha hatten beide Seiten am Donnerstag Gelegenheit, sich über den Ablauf der Impf-Kampagne bei MiRO sowie über Erfahrungen und Lernpunkte auszutauschen. Minister Lucha bedankte sich bei der MiRO für das Engagement der Raffinerie in diesem Modellprojekt. Die Erkenntnisse daraus seien bedeutsam für das Gelingen des deutschlandweiten Impfstarts in Betrieben.
Markus Scheib, kaufmännischer Geschäftsführer und Sprecher der MiRO-Geschäftsführung, nutzte die Gelegenheit, um Minister Lucha zu danken: „Dies war eine typische Winwin-Situation. Wir konnten unseren Mitarbeitern kurzfristig ein Impfangebot machen und zeitgleich auch für andere Unternehmen Pionierarbeit leisten, damit die bundesweite Impfung durch Betriebsärzte ab Juni reibungslos starten kann. Je mehr Menschen geimpft sind, umso größer die Chance, dass sich wieder so etwas wie Normalität in allen Lebensbereichen einstellen kann.“
Personalleiter Christoph Moser ergänzt: „Die Impfaktion kam sehr gut bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an und wir sind froh, dass wir damit einen wichtigen Beitrag zum Gesundheitsschutz leisten konnten. Zeitgleich haben wir mit dieser Aktion auch als Arbeitgeber punkten können“. Noch vor Impfen der ersten Dosis waren bereits 80 % der Termine vergeben und den Erstgeimpften stand die Dankbarkeit – trotz Maske deutlich sichtbar – in den lächelnden Gesichtern geschrieben.
Zeitlich war die Impfaktion durchaus eine Herausforderung. Von der Information über die Auswahl für das Modellprojekt bis zum Aufziehen der ersten Spritze am 18. Mai gab es noch viel zu klären und vorzubereiten.
MiRO erhielt für die Impfung ihrer Beschäftigten ein festgelegtes Impfstoff-Kontingent von 600 Dosen des Herstellers Moderna und verpflichtete sich damit zeitgleich als Leistungserbringer im Sinne der Coronavirus-Impfverordnung. Den Impfstoff inklusive Zubehör, wie z.B. Spritzen, erhielt die Raffinerie einen Tag vor dem Impfstart beim Karlsruher Impfzentrum. Transport, impfstoffgerechte Lagerung und Verabreichung des Impfstoffs nach den Vorgaben des Impfstoffherstellers hatte MiRO als Pilotunternehmen sicherzustellen. Außerdem war die Raffinerie verpflichtet, mit der täglichen Übermittlung der Daten von den geimpften Personen an das Robert-Koch-Institut am digitalen Impf-Monitoring des Bundes teilzunehmen. Hierfür stellte das Land die erforderliche Online-Anwendung „Impfen 2.0“ kostenlos zur Verfügung.
Von Vorteil war, dass der Großteil der Infrastruktur für das Impfen bereits existierte. Die Container-Räumlichkeiten, die MiRO während der Großinspektion im Frühjahr bereits zum Testen genutzt hatte, wurden kurzerhand in ein Impfzentrum umgewandelt und mit Impfzubehör und medizinischem Verbrauchsmaterial bestückt. Vorbereitet und durchgeführt wurde die betriebliche Impfung unter Leitung der Werksärztin. Für die Impfung hatte sich MiRO außerdem durch Experten mit Erfahrung aus der Leitung von Impfzentren fachlich beraten lassen und personell durch ein externes Team mit Ärzten und medizinischen Fachkräften verstärkt. Nur so war es möglich, die Impfaktion zügig durchzuführen und parallel dazu die medizinische Versorgung in der Werksambulanz weiterhin ohne Einschränkungen sicherstellen zu können.
„Wie eng der Zeitplan für die Vorbereitung sein würde, war uns bewusst, und wir waren uns natürlich auch über unsere Verantwortung im Klaren – angefangen von der Pionierrolle als Unternehmen, das zeigen muss, wie eine Ausdehnung der Impfungen auf Betriebe gelingen kann. Aber es gab auch andere, weniger offensichtliche Themen, mit denen wir uns beschäftigen mussten, wie beispielsweise die sichere Aufbewahrung des heiß begehrten Impfstoffes“, berichtet Personalleiter Moser. „Doch die Mühe der Organisatoren war es mehr als wert, denn durch die Corona-Schutzimpfung kann das Ansteckungs- und Erkrankungsrisiko stark reduziert werden“.
Organisatorisch war die Vergabe der Impftermine eine der größten Herausforderungen. Um einen reibungslosen Raffineriebetrieb sicherzustellen, galt es dabei, auf die Arbeitszeiten der Impflinge Rücksicht zu nehmen. MiRO kann sich als größter Benzinerzeuger Deutschlands weder einen corona-bedingten Produktionsausfall noch einen Ausfall ganzer Schichten durch Impf-Nebenwirkungen leisten.
In gut vier Wochen beginnt die zweite Runde, dann erhalten alle bei MiRO Erstgeimpften ihre zweite Impfdosis und damit zwei Wochen später ihren vollen Impfschutz – ein Beitrag zur Immunisierung der Menschen in der Region und zur weiteren Eindämmung der Pandemie.